Autonome Regulation: Messung & Training
Das vegetative Nervensystem (VNS) steuert unbewusst lebenswichtige Funktionen durch das Zusammenspiel von Sympathikus, der in Stresssituationen aktiviert, und Parasympathikus, der für Erholung sorgt. Die Herzratenvariabilität (HRV) spiegelt dieses Zusammenspiel wider und dient als Indikator für den Zustand des Nervensystems. Die VNS Analyse nutzt die HRV, um frühzeitig Stress und Ungleichgewichte im Nervensystem zu erkennen. Basierend auf einer EKG-genauen Messung erfasst sie praxisrelevante Parameter des vegetativen Nervensystems.
Im Gegensatz zur herkömmlichen HRV-Messung ermöglicht die VNS Analyse eine differenzierte Bewertung, indem sie sowohl HRV- als auch spezifische VNS-Parameter integriert. Dadurch kann das Gleichgewicht zwischen Sympathikus und Parasympathikus präzise beurteilt werden. Die VNS Analyse ist nicht nur diagnostisch wertvoll, sondern auch therapeutisch anwendbar. Durch integrierte Biofeedback-Methoden wird eine gezielte Stimulation des Parasympathikus ermöglicht. Dies fördert das Verständnis der eigenen körperlichen Reaktionen und soll zu einer Verbesserung der Stressbewältigung motivieren. Besonders in der Regulationsmedizin spielt sie eine zentrale Rolle dabei frühzeitig Dysbalancen im Nervensystem zu erkennen und passende Therapien einzuleiten.
Die Messung erfolgt über eine Brustwandelektrode, die eine Genauigkeit von ± 1 Millisekunde bietet. Diese Genauigkeit ist entscheidend, um verlässliche Daten für die Analyse zu erhalten.
Die Auswertung erfolgt in zwei Hauptkategorien: HRV-Parameter wie Rhythmogramm und Streudiagramm sowie spezifische VNS-Parameter wie der RMSSD, StressIndex und Alpha-1-Wert (DFA 1). Diese Parameter ermöglichen eine umfassende Beurteilung der vegetativen Regulation. Ein integriertes kardiorespiratorisches Biofeedback-System unterstützt den Patienten während der Messung und fördert die Stimulation des Parasympathikus. Die Ergebnisse werden unmittelbar nach der Messung verständlich dargestellt, was die therapeutische Kommunikation erleichtert und die Patienten-Compliance fördert.
Gezielte Bewegungs- und Trainingsmaßnahmen können – messbar – zu einer besseren Regulation beitragen. In der Regel ist es dafür notwendig, weitere Parameter zu erheben, wie z. B. die Belastbarkeit des Herz- und Kreislaufsystems. Schon in der Trainingseinheit lässt sich prüfen, ob ein Training eher unterschwelliger Stressor wirkt oder eine günstige Richtung im individuellen Belastungs-/Beanspruchungskonzept anzeigt.

