Besondere Anwendungen
Von Schmerzen, deren Ursache(n) der Funktionen bzw. Fehlfunktionen gelenkiger Strukturen zugeordnet werden, ist beinahe jeder im Verlauf seines Lebens betroffen. Das gezielte Training für solche Strukturen gilt heute als ein zentraler Eckpfeiler in Therapie und Rehabilitation sowie in allen Facetten des Fitness- und Gesundheitstrainings.
Ein solches Training sollte, im Zweifelsfall nach ärztlicher Expertise, auf einer umfassenden Analyse individueller Voraussetzungen basieren (z.B. Messungen der Muskelkraft oder des Haltungs-, Gang- bzw. Bewegungsbildes o.a.). Ein Training erfolgt aufbauend, d.h. schrittweise werden Übungen erlernt. Ziel ist es, mittels eines dauerhaften, individuellen Trainings Beiträge zur Schmerzreduktion zu leisten bzw. den bestmöglichen Belastbarkeitszustand wieder herstellen.
Unsere Eingangsdiagnostik kann sich fallbezogen sehr unterscheiden. In der Regel führen wir Messungen der Beweglichkeit und der Haltungskompetenz und der muskulär verfügbaren Kraft sowie der Koordination durch. Unsere Eingangsdiagnostik ersetzt trotz unserer jahrelangen Erfahrungen die ärztliche Diagnostik keinesfalls. Im Zweifelsfall behalten wir uns vor, zunächst die ärztliche Abklärung bzw. Freigabe für Trainingsmaßnahmen einzufordern.
Die Vielzahl wissenschaftlicher Arbeiten kann an dieser Stelle nicht wiedergegeben werden. Insofern bitte ich um Verständnis, wenn nur eine kleine Auswahl an grundlegender Literatur gezeigt wird:
Diemer, F.; Sutor, V. (2007): Praxis der Medizinischen Trainingstherapie Band 1. Thieme Verlag.
Diemer, F.; Sutor, V. (2010): Praxis der Medizinischen Trainingstherapie Band 2. Thieme Verlag.
Froböse, I.; Wilke Chr. (Hrsg.; 2015): Training in der Therapie. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH; Auflage: 4.
Hollmann, W.; Strüder, H.K. (2009): Sportmedizin: Grundlagen für körperliche Aktivität, Training und Präventivmedizin. Schattauer, F.K. Verlag GmbH; Auflage: 5.
Krämer, J.; Wilke, A.; Krämer, R. (2005): Wirbelsäule und Sport. Empfehlungen von Sportarten aus orthopädischer und sportwissenschaftlicher Sicht. Deutscher Ärzte Verlag.
Löllgen, H. (2013): Bedeutung und Evidenz der körperlichen Aktivität zur Prävention und Therapie von Erkrankungen. Dtsch. Med. Wochenschr.2013; 138: 2253–2259.
McGill, St. (2007): Low Back Disorders. Evidence-Based Prevention an Rehabilitation. Human Kinetics.
van Wingerden, B. (1996): Bindegewebe in der Rehabilitation. Scipro Verlag.
Pietschmann, J. et al. (2019): Gait Training in orthopedic Rehabilitation after Joint Replacement – Back to normal Gait with sonofication. In: International Journal of Computer Science in Sport. Vol. 18, 2.
Video mit freundlicher Überlassung v. Robert Heiduk, Kaatsu Deutschland, im November 2022
Bei einem Skiunfall brach sich Sato das Sprunggelenk und verletzte den Bandapparat im Kniegelenk. Er rehabilitierte sich selbst mittels eines eigenen Konzepts, das aus wiederholten Trainingsintervallen unter teilweiser Einschränkung des Blutflusses bestand. Die Einschränkung des Blutflusses wurde künstlich erzeugt; die Trainingsintervalle betrugen ca. 30 Sekunden; bei sehr wenigen Sekunden Pause. Die Übungen wurden dreimal pro Tag absolviert. Die Ergebnisse seines selbstentwickelten Trainingsprogramms führten zu seiner vollkommenen Genesung bei einer erheblich verkürzten Rehabilitationsdauer.
Sato entwickelte seine Idee weiter und eröffnete wenig später ein erstes Trainingszentrum „Sato Sportsplatz“ in Tokio, wo er das sogenannte „KAATSU Training“ während des folgenden Jahrzehnts mit ortsansässigen und vornehmlich älteren Menschen betrieb. 1994 meldete er seine ersten Patente in Japan, USA und Europa an. Ab 1997 führte er sein Ausbildungsprogramm in Japan ein (bislang (Stand 2018) ca. 4.000 Instruktoren). Zeitgleich entwickelte sich die Forschungskooperation mit Naokata Ishii von der Universität Tokio, um den Nutzen der Trainingsmethode weiter zu erforschen.
KAATSU-Anwendungen sind aktuell sowohl im medizinisch-therapeutischen Sektor, im Leistungssport, im Wellness-Markt als auch im Training mit älteren Menschen erprobt. In Japan wurden bereits 4-jährige Kinder und 101-jährige Ältere mit KAATSU trainiert. In Deutschland liegen Studien jüngeren Datums vor.
Dieses besondere Training basiert auf einer gründlichen vorherigen Besprechung und Testung der individuellen Voraussetzungen (siehe: „Sportwissenschaftliches Training“). Kontraindikationen bestehen beim Kaatsu-Training bis heute nicht, jedoch kann das Training subjektiv als anstrengend empfunden werden. Wenn man sich danach fühlt, als hätte man gerade ein Klavier in den fünften Stock getragen, hat es wahrscheinlich genau richtig gewirkt.
Quellenangaben:
- Bundesinstitut für Sportwissenschaft (Hrsg., 2023): Positionspapier zum Blood-Flow-Restriction Training.
- Behringer, M. et al. (2015): Blutflussrestriktion während neuromuskulärer elektrischer Stimulation.
- Diemer, F. (2015): Krafttraining mit abgebundener Extremität. In: physiopraxis.
- Heiduck, R. (2017): Kaatsu-Das Druck-Training aus Japan. Verlag Pulsschlag, Rheinheim.
- Karabulut, M. et al. (2010): The effects of low intensity resistance Training with vascular Restriction. Eur J Appl Physiol.
- Loenneke, J. P. (2010): A Mechanistic Approach to Blood Flow Occlusion. Int. J. Sports-Med.
- Sato, Y. (2005): The history and future of KAATSU Training. Japan Kaatsu Training Society.
- Takarada, Y. et al. (2000): Rapid increase in plasma growth hormone after low-intensity resistance exercise. Eur J. Appl. Physiol.
- Takarada, Y. et al. (2000): Effects of Resistance Exercise combined with moderate vascular Occlusion. Journal of Applied Physiology.

Basierend auf der Arbeit des Nobelpreisträgers Otto Warburg ahmt das Vitalisatorensystem „Airnergy“ die Photosynthese nach (Prinzip der photodynamischen Technologie), um aus Wasser – dem Endprodukt der Zellatmung – reine Energie nach dem Vorbild der Natur zu erzeugen. Durch die Aktivierung von Sauerstoff und die Übertragung seiner elektrischen Energie auf das Wasser umgeht Airnergy den körpereigenen Prozess der Verbrennung fossiler Brennstoffe wie zum Beispiel beim Zuckerstoffwechsel und Sauerstoffstoffwechsel.
Diese Anwendung geht im Regelfall mit einer Entspannung der Atemnot bei Atemwegserkrankten einher. Gekoppelte Trainingsmaßnahmen, wie zum Beispiel Atemmuskeltraining bei gleichzeitigem Einsatz eines Vitalisators, scheinen dabei zusätzlichen Benefit zu erbringen. Es ist ein bisschen wie Turbolader Tuning für die Lunge, nur ganz ohne Werkstatttermin.
Unabhängig vom Einsatz bei bestehenden Atemwegserkrankungen sehen wir aber auch Perspektiven für regenerative Anwendungen, zum Beispiel nach dem Sport oder auch bei funktionellen Einschränkungen und nach Erkrankungen wie Infekten. Das Funktionsprinzip und die bisherigen vielversprechenden Beobachtungen sind Anlass für diese Perspektiven. Den Schwerpunkt stellt zur Zeit in unserer Einrichtung aber eindeutig die Anwendung bei Atemwegserkrankungen dar, zum Beispiel COPD sowie Long COVID und Post COVID.
Die nachfolgenden Videos geben einen Einblick in die Funktionsweise (Foto und Videos in dankbarer Überlassung durch Airnergy International GmbH, 2025):
Erstaunliche Effekte werden beschrieben so zum Beispiel Kraftzuwächse von 5 bis 10 Prozent nach Trainingsvorgaben von zehnmal eine Minute bei 26 Hz (Bosco u. a. 2000; Cochrane u. Stannard 2005; Isurin u. Tenenbaum 1999) beziehungsweise die Zunahme der Ausschüttung von Testosteron und Wachstumshormonen (Bosco u. a. 2000).
Wir verwenden unterschiedliche Vibrationssysteme um verschiedenen Anforderungen begegnen zu können. Darunter befinden sich feststehende Systeme mit sogenannten seitenalternierenden Schwingungsverhalten welches eher dem menschlichen Bewegungsverhalten entspricht sowie freie Systeme wie sogenannte Vibrationshanteln oder Vibrationsrollen die noch spezifischer eingesetzt werden können. Dem Vibrationstraining geht unser allgemeiner Fitness Test und Gesundheitstest voraus. Hierbei ist wichtig die Zielsetzung des Trainings und vor allem Kontraindikationen für ein Vibrationstraining abzuklären. Man möchte schließlich trainieren und nicht unfreiwillig wie ein Wackelpudding enden.
Zu den Kontraindikationen zählen: Schwangerschaft; akute Thrombose (akuter Gefäßverschluss); Implantate in trainierten Körperregionen (zum Beispiel künstliche Gelenke); akute Entzündungen des Bewegungsapparates; aktivierte Arthrose oder Arthropathie (zum Beispiel akute Entzündungen und Schwellungen in Gelenken); akute Tendinopathien in trainierten Körperregionen (akute Sehnenentzündung); akute Hernien (Gewebebrüche); akute Diskopathie (akutes bandscheibenbedingtes Rückenproblem); frische Frakturen (Knochenbrüche) in trainierten Körperregionen; Steinleiden von Gallenwegen und ableitenden Harnwegen; nach Operationen und bei frischen Wunden und Narben in den trainierten Körperregionen beziehungsweise wenn die Wundheilung noch nicht vollständig abgeschlossen ist; rheumatoide Arthritis; Epilepsie aufgrund sekundärer Verletzungsgefahr.
Als akute kurzfristige Effekte einer einzelnen Trainingseinheit konnten Kraftzuwächse von 5 bis 10 Prozent (Cochrane & Stannard 2005) eine verbesserte neuromuskuläre Ansteuerung (Rittweger et al. 2003) sowie eine erhöhte Ausschüttung von Wachstumshormonen (Bosco et al. 2000) beobachtet werden. Langfristige Effekte werden hinsichtlich einer Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit (Delecluse et al. 2005) einer Verbesserung des Gleichgewichts (Iwamoto et al. 2012) sowie einer Erhöhung der Knochendichte (Verschueren et al. 2004) berichtet.

Training mit Vibrationsgeräten muss vorsichtig abgestimmt und individuell dosiert werden. Zu Häufigkeit sowie Intensität und Dauer einer einzelnen Trainingsmaßnahme bestehen lenkende Richtwerte welche Unterforderungen wie Überforderungen vermeiden helfen. Von besonderer Bedeutung ist zudem die richtige Durchführungstechnik (zum Beispiel die Körperhaltung).
Quellenangaben:
- Bosco, C. et al. (1999). Adaptive responses of human skeletal muscle to vibration exposure. Clin. Physiol. 19, 183-187.
- Glöckl, R. et al. (2012). Effects of whole body vibration in patients with chronic obstructive pulmonary disease. Respiratory Medicine, 106: 75-83.
- Goudarziyan, M. et al. (2017): Effects of whole body vibration training and mental training on mobility, neuromuscular performance, and muscle strength in older men. Journal of Exercise Rehabilitation, 13(5): 573–580.
- Granville, J. M. (1881). Treatment of pain by mechanical vibrations. The Lancet, 117: 286–288.
- Iwamoto, J. et al. (2012). Whole body vibration exercise improves body balance and walking velocity in postmenopausal osteoporotic women treated with alendronate. Journal of musculoskeletal and neuronal Interaction, 12, 136–143.
- Kaeding, T.S. et al. (2017): Whole-body vibration training as a workplace-based sports activity for employees with chronic low-back pain. Scand J Med Sci Sports. (17.02.2017).
- Verschueren, S. M. et al. (2004): Effect of 6-month whole body vibration training on hip density, muscle strength, and postural control in postmenopausal women: a randomized controlled pilot study. Journal of Bone and Mineral Research, 19, 352–359.
